Ein Arzt erklärt einem Patienten die Prostata anhand eines Modells.

Langzeitstudie: Active Surveillance als sichere Option bei Low-Risk-Prostatakarzinom

Eine Behandlungsstrategie für Patienten mit niedrigem Risiko Prostatakarzinom, bekannt als Active Surveillance (aktive Überwachung), hat sich in einer aktuellen Langzeitstudie als sicher und effektiv erwiesen. Dieses Konzept setzt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten und Urologen, wobei der Urologe die in den Leitlinien geforderten regelmäßigen Untersuchungen sorgfältig und zeitgerecht durchführen und die Ergebnisse umfassend mit den Patienten besprechen muss. Auf der anderen Seite ist der Patient dafür verantwortlich, alle erforderlichen Untersuchungstermine zuverlässig einzuhalten.

Multi-Center Kohortenstudie aus den USA zeigt auf

Eine aktuelle Multi-Center Kohortenstudie aus den USA untermauert die Sicherheit und Effizienz des Active Surveillance Ansatzes bei der Behandlung von Low-Risk Prostatakrebs. In der PASS-Studie (The Canary Prostate Active Surveillance Study), die im Jahr 2008 initiiert wurde, wurden 2.155 Männer mit niedrigem Risiko Prostatakarzinom eingeschlossen. Der mittlere Nachbeobachtungszeitraum betrug 7,2 Jahre, was die Langzeitwirkung dieser Methode beleuchtet.

Ergebnisse der PASS-Studie

Nach zehn Jahren waren 51 % der Patienten weiterhin ohne definitive Behandlung wie Strahlentherapie oder Operation. Die geschätzte Rate der Metastasenentwicklung und die durch Prostatakrebs verursachte Sterblichkeit nach zehn Jahren betrugen 1,4 % (95 % CI, 0,7 % – 2,0 %) bzw. 0,1 % (95 % CI, 0,0 % – 0,4 %). Die Gesamtsterblichkeit aus jeglichen Gründen in diesem Zeitraum betrug 5,1 % (95 % CI, 3,8 % – 6,4 %).

Fazit der Langzeitstudie

Die Ergebnisse der Langzeitstudie zeigen, dass das Active Surveillance Protokoll, wenn es strikt eingehalten wird, eine sichere Behandlungsoption darstellt. Das größte Risiko bei dieser Behandlungsstrategie besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für eine definitive Therapie, wie Strahlentherapie oder Operation, zu verpassen, was zu einer Metastasenentwicklung und einem höheren Sterblichkeitsrisiko durch Prostatakrebs führen kann.

Die Literatur und die Studie zeigen auch, dass etwa 50 % der Patienten innerhalb der ersten fünf bis zehn Jahre nach der Diagnosestellung und dem Beginn der Active Surveillance eine definitive Therapie erhalten. Die niedrige Anzahl an Metastasenentwicklungen und durch Prostatakrebs verursachten Todesfällen in dieser Studie deutet darauf hin, dass bei konsequenter Einhaltung des Active Surveillance Protokolls ein sehr geringes Risiko besteht, den optimalen Behandlungszeitpunkt zu verpassen.

Literaturangabe

  • Newcomb LF, Schenk JM, Zheng Y, Liu M, Zhu K, Brooks JD, Carroll PR, Dash A, de la Calle CM, Ellis WJ, Filson CP, Gleave ME, Liss MA, Martin F, McKenney JK, Morgan TM, Tretiakova MS, Wagner AA, Nelson PS, Lin DW. Long-Term Outcomes in Patients Using Protocol-Directed Active Surveillance for Prostate Cancer. JAMA, 2024 Jun 25;331(24):2084-2093.

Damit zeigt sich, dass Active Surveillance unter strikter Beachtung der Leitlinien eine verlässliche und sichere Strategie bei der Behandlung von low-risk Prostatakarzinomen darstellt.

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