Ein Urologe sieht männliche Patienten. Sie spezialisieren sich auf Männergesundheitsprobleme, einschließlich Prostata Probleme

mpMRT in Diagnostik und Überwachung von Prostatakrebs

In den 1990er Jahren wurde versucht, Prostatakrebs mittels Ultraschall (TRUS – transrektaler Ultraschall) zu diagnostizieren. In den letzten 10 bis 15 Jahren hat die multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata jedoch an Bedeutung gewonnen. Diese Methode beinhaltet verschiedene Untersuchungsserien zur genauen Diagnostik. Hierzu gehören die T1- und T2-Gewichtung (verschiedene Schwarz-Weiß-Phasen), die Diffusionsmessung (DWI, Bewegung von Wasserstoffmolekülen im Gewebe) und die Berechnung des Diffusionskoeffizienten (ADC-Map). Diese Kombination wird als bi-parametrisches MRT bezeichnet. Eine zusätzliche dynamische Kontrastmittelserie erweitert das Verfahren zum multiparametrischen MRT (mpMRT).

Die mpMRT-Untersuchung ist besonders wichtig, wenn es darum geht, zu entscheiden, ob bei einem erhöhten PSA-Wert eine Biopsie erforderlich ist. Bei verdächtigen Befunden kann das Gewebe anschließend mittels mpMRT als Fusionsbiopsie der Prostata entnommen werden, was die Genauigkeit im Vergleich zur Standardbiopsie erhöht.

Seit 2012 werden verdächtige Befunde im mpMRT der Prostata mit dem PI-RADS-System (Prostate Imaging – Reporting And Data System) beschrieben. Dieses System wurde 2015 auf PI-RADS v2.0 erweitert. Ein PI-RADS-Score von über 3 bedingt eine empfohlene Biopsie der betroffenen Stelle, gegebenenfalls auch systematisch in definierten Arealen der Prostata.

Therapieoptionen je nach histologischem Befund

Ausgehend vom histologischen Befund der Biopsie gibt es verschiedene Therapieempfehlungen für Prostatakrebs. Diese reichen von Active Surveillance (aktive Überwachung) bis hin zu operativen oder strahlentherapeutischen Maßnahmen. Das Konzept der Active Surveillance ist für Patienten mit niedrigem (Gleason-6-Muster) oder mittlerem Risiko (Gleason-7a-Muster) vorgesehen. Es umfasst regelmäßige Untersuchungen wie die Tastuntersuchung der Prostata, PSA-Wert-Kontrollen, mpMRT der Prostata und Re-Biopsien.

Fortschritte in der mpMRT-Technologie

Anfangs wurde das mpMRT hauptsächlich zur Identifizierung und Beschreibung einer Indexläsion für die Fusionsbiopsie genutzt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass mpMRT valide Aussagen über Tumorgröße, Kapseldurchbruch und teilweise sogar den histologischen Grad (insbesondere Gleason-Score) machen kann. Damit hat mpMRT eine zentrale Rolle in der Active Surveillance eingenommen und kann die Sicherheit dieses Verfahrens erhöhen. Der PRECISE-Score (Prostate Cancer Radiological Estimation of Change in Sequential Evaluation), 2017 eingeführt, standardisiert die Bewertung und Dokumentation von wiederholten Prostata-Untersuchungen im Rahmen der Active Surveillance.

Aktuelle Leitlinien und zukünftige Perspektiven

Die wachsende Bedeutung des mpMRT wird auch in den aktuellen medizinischen Leitlinien reflektiert. Die S-3 Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Prostatakrebses (Stand 03/2024) empfiehlt eine erste Re-Biopsie innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach der ersten mpMRT und Fusionsbiopsie. Für weitere Biopsien im Rahmen der Active Surveillance berücksichtigt die Leitlinie bereits mpMRT-Befunde, PI-RADS– und PRECISE-Klassifikationen als Entscheidungskriterien. Ob mpMRT künftig die Biopsie der Prostata in der Active Surveillance ersetzen wird, bleibt Gegenstand zukünftiger Studien.

Schlusswort

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die multiparametrische MRT (mpMRT) eine wichtige Rolle in der modernen Diagnostik und Überwachung von Prostatakrebs spielt. Durch ihre Genauigkeit und Vielseitigkeit trägt sie maßgeblich dazu bei, die bestmöglichen Behandlungsergebnisse für Patienten zu erzielen.

Sie benötigen unsere Hilfe.
Sprechen Sie uns an - we are here to help.

Jetzt Termin buchen

Wir vergeben ausschließlich individuelle Termine. Kontaktieren Sie uns unverbindlich per Telefon oder per Mail. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

+49 (0) 69 / 9 20 20 650