NEUERFASSUNG DER DEUTSCHEN S3-LEITLINIE PROSTATAKARZINOM: STÄRKUNG DER ACTIVE SURVEILLANCE

Neufassung der deutschen S3-Leitlinie Prostatakarzinom: Stärkung der Active Surveillance

Im März 2024 wurde die Version 7.01 der S3-Leitlinie Prostatakarzinom als Konsultationsfassung online gestellt (Leitlinienprogramm Onkologie). Diese Neufassung bringt bemerkenswerte Neuerungen mit sich, insbesondere hinsichtlich der Active Surveillance bei Prostatakarzinom.

Erklärung der S3-Leitlinie

Die S3-Leitlinie ist Teil eines evidenzbasierten Programms des Leitlinienprogramms Onkologie, das interdisziplinär und multiprofessionell entwickelt wird. Ziel ist es, Empfehlungen für die Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von onkologischen Erkrankungen zu geben. Diese Leitlinien basieren auf der aktuellsten wissenschaftlichen Evidenz und werden regelmäßig aktualisiert, um den medizinischen Fortschritten und neuen Erkenntnissen Rechnung zu tragen.

Erweiterte Empfehlungen zur Active Surveillance

Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom betont die Bedeutung der Active Surveillance explizit als Behandlungsoption für das Niedrigrisiko-Prostatakarzinom (ISUP 1). Diese Empfehlung ist besonders bedeutend, da sie die konservative Behandlung als eine ernsthafte Alternative zur aktiven Therapie bei Patienten mit niedrigem Risiko positioniert. Neu hinzugekommen ist die Empfehlung, Active Surveillance auch für ausgewählte Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom der ISUP-Gruppe 2 (Gleason Score 3+4=7a) und günstigem Risikoprofil (weniger als 10% Gleason Grad 4, keine cribiformen oder intraduktalen Karzinomanteile) in Betracht zu ziehen.

Verbesserte Überwachungsmethoden

Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen Leitlinie ist die verstärkte Rolle des multiparametrischen MRT (mpMRT) im Rahmen des Active Surveillance Monitorings. Die Leitlinie empfiehlt, mpMRT häufiger und als vorrangige Methode gegenüber der Re-Biopsie einzusetzen. Diese Veränderung reduziert die Notwendigkeit invasiver Eingriffe und erhöht gleichzeitig die Genauigkeit der Überwachung.

Umgang mit signifikantem PSA-Anstieg

Ein signifikantes Update betrifft auch den Umgang mit einem PSA-Anstieg. Anstatt sofort die Überwachung zu beenden, wird in der neuen Leitlinie eine abklärende Diagnostik empfohlen. Dies beinhaltet die Durchführung eines mpMRT und gegebenenfalls eine gezielte systematische Biopsie. Diese Methode ermöglicht eine präzisere Diagnosestellung und vermeidet unnötige Behandlungen, was den Patienten zugutekommt und die Heilungschancen bei Prostatakrebs verbessern kann.

Überblick: Hoffnung und Fortschritt

Die erweiterte Anwendung der Active Surveillance bietet Patienten mit Prostatakrebs eine sichere und effektive Möglichkeit, den Krebs zu überwachen, ohne sofort invasive Behandlungen durchlaufen zu müssen. Diese Strategie kann das Risiko von Nebenwirkungen minimieren und gleichzeitig die Lebensqualität der Patienten erhalten. Die Betonung auf mpMRT und gezielter Diagnostik spiegelt die fortschreitenden medizinischen Technologien wider, die das Management von Prostatakarzinomen kontinuierlich verbessern.

Fazit

Nach langem Zögern hat die Kommission der deutschen S3-Leitlinie Prostatakarzinom endlich die Bedeutung der Active Surveillance anerkannt und ihre Rolle in der Behandlung von Prostatakarzinomen deutlich gestärkt. Diese Neufassung unterstützt die non-invasive Überwachung von Patienten und betont die Verwendung moderner Bildgebungstechniken. Diese Änderungen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Betreuung von Patienten mit Prostatakrebs zu optimieren.

Wir unterstützen dieses Vorgehen vollends und sehen in diesen Neuerungen einen bedeutenden Fortschritt für die Behandlung und Überwachung von Prostatakarzinomen.

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